Gießen: frisch halten statt „nass parken“
Halte die oberen 1–2 cm Erde gleichmäßig feucht. Gieße morgens mit feiner Brause; überschüssiges Wasser in Untersetzern nach 20–30 Minuten ausleeren. Dauernässe macht weiche Stiele und Gelbwerden, Trockenstress bremst den Zuwachs. Eine dünne Mulchdecke aus fein zerpflückten Blättern hält die Feuchte stabil.
Düngen: wenig, aber verlässlich
Winterportulak ist genügsam. Im Beet reicht eine flache Kompostgabe. Im Kasten genügt alle 3–4 Wochen ein milder, organischer Flüssigdünger in halber Dosierung. Zu kräftige Gaben machen die Triebe weich. Kaffeesatz nur sparsam und gut verteilt nutzen, damit die Oberfläche nicht verdichtet.
Wind & Kälte: sanft abschirmen
Wind trocknet in Frostphasen stark aus. Ein atmungsaktives Vlies über Bügeln bricht den Wind, hält ein paar Grad Wärme und beschattet leicht, ohne zu ersticken. Bei strengem Frost Töpfe an die Hauswand rücken und auf Holzleisten statt Stein stellen. An sonnigen, frostfreien Tagen kurz lüften, damit es unter dem Vlies nicht feucht steht.
Licht & Temperatur: hell und kühl
Stelle möglichst hell. In Wintersonne fühlt sich der Bestand wohl; im Frühling darf es halbschattig sein. Hitzestau an Glasflächen vermeiden – er macht die Triebe lang und weich. Bei Platzmangel lieber auslichten, damit Licht ans Herz kommt. Tipps zum Auslichten stehen in Aussaat & Vorziehen.
Ernte im Rhythmus
Schneide ein paar Zentimeter über der Basis. So bleiben die Ansatzstellen intakt, und die Pflanzen treiben oft nach. Lieber öfter kleine Mengen schneiden als selten große – das hält die Bestände kompakt. Wie du frisch hältst und einfrierst, steht in Ernte & Lagerung.
Schossen & Blüte
Mit längerem Tag und Wärme können Blüten erscheinen. Du kannst sie früh wegschneiden und den Bestand bald ernten. Der Geschmack wird herber, bleibt aber meist nutzbar. Für sanfte Aromen: kühl führen, gleichmäßig gießen und regelmäßig schneiden. Ideen für die Küche findest du in Essen, Geschmack & Gesundheit.
Topf & Hochbeet: kleine Extras
Im Kasten trocknet die Erde schneller: prüfe mit dem Finger 2 cm tief. Eine dünne Drainage und strukturreiche, torffreie Erde verhindern Staunässe. Im Hochbeet schützt ein Windbrett an der Wetterseite; die obere Schicht lockern, nicht umgraben.
Wenn etwas hakt
Gelbliche Blätter, weiche Triebe: zu nass → Gießmenge reduzieren, Drainage prüfen, lüften. Lange, dünne Triebe: zu dunkel/warm → heller, kühler, dichter schneiden. Trockene Blattspitzen: Windkälte → Vlies auflegen. Fraß oder Beläge? Diagnose & Maßnahmen im Schädlings- & Krankheiten-Hub.
Dein nächster Schritt
Baue dir einen einfachen Wochenrhythmus: 2–3 Mal feucht prüfen, einmal leicht düngen (alle paar Wochen), Vlies bei Frost, regelmäßig schneiden. Für Mischkultur-Ideen und Nachkulturen schau in Mischkultur & Fruchtfolge. Küchenideen, Portionsgrößen und sanftes Abschmecken findest du in Essen, Geschmack & Gesundheit.
Faq/Haufige Fragen
Wie oft gieße ich im Winter?
So, dass die oberen 1–2 cm feucht bleiben. Morgens mit feiner Brause, Untersetzer nach 20–30 Minuten leeren.
Braucht Winterportulak Dünger?
Nur sanft. Im Beet reicht Kompost; im Kasten alle 3–4 Wochen milden, organischen Flüssigdünger in halber Dosierung.
Hilft Vlies wirklich?
Ja. Es bricht Wind, hält ein paar Grad Wärme und verhindert Austrocknung. An frostfreien Tagen lüften.
Was tun bei langen, weichen Trieben?
Heller und kühler stellen, dichter schneiden, Bestände auslichten. Siehe auch Aussaat & Vorziehen.
Kann ich mehrmals ernten?
Ja. Ein paar Zentimeter über der Basis schneiden; die Pflanzen treiben häufig nach. Lager- und Einfrier-Tipps: Ernte & Lagerung.
