Gießen: gleichmäßig feucht statt „nass“
Mizuna mag konstante Feuchte. Die obere Erdschicht darf leicht antrocknen, darunter soll es frisch bleiben. Gieße durchdringend, bis unten erste Tropfen erscheinen, und lass überschüssiges Wasser ablaufen. Im Beet hilft eine dünne Mulchschicht (angetrockneter Rasenschnitt, Laub), damit die Feuchte länger hält. Im Topf kontrollierst du mit der Fingerprobe die oberen 2–3 cm. Zeichen für zu wenig Wasser: schlaffe Blätter am Nachmittag, die sich nachts nur langsam erholen. Zeichen für zu viel: dauerhaft nasser Topf, gelbliches Laub, weiche Stiele.
Düngen: kleine Gaben, ruhiger Wuchs
Setze auf organische Dünger in moderaten Mengen. Im Beet reichen vorab etwas Kompost und später eine dünne Nachgabe. Im Topf funktioniert alle 2–3 Wochen ein organischer Flüssigdünger in halber Dosierung. So bleibt der Geschmack fein, und die Pflanzen werden nicht „aufgepumpt“. Zu viel Stickstoff auf einmal fördert weiches Gewebe und Schossen. Den passenden Substratmix und sinnvolle Topfvolumen findest du in Grundlagen & Standort.
Sommerhitze abpuffern: zart bleiben trotz Sonne
Bei Hitzewellen hilft eine leichte Schattierung in der Mittagszeit, besonders auf Südbalkonen. Gieße bevorzugt morgens, bei starkem Wind oder großer Hitze abends eine zweite, moderate Gabe. Hitzestau vor Glasfronten vermeiden. Bleibt die Luft zu lange stehen, steigt das Risiko für Pilzprobleme – ein luftiger Stand beugt vor. Ideen für passende Nachbarn, die locker schattieren und Nützlinge locken, findest du in Mischkultur & Fruchtfolge.
Schossen verstehen & vermeiden
„Schossen“ heißt: Ein Blütenstängel schiebt nach oben, Blätter werden kleiner und herber. Auslöser sind lange Tage, Hitze, Trockenstress oder Kältereize bei Jungpflanzen. Vorbeugung: kühle Anzucht, gleichmäßige Feuchte, keine Überdüngung, im Sommer leichte Schattierung. Tritt ein Blütenstängel auf, schneide ihn früh bodennah heraus und ernte die nutzbaren Blätter zügig. Für eine Herbst-/Winterernte lohnt eine Spätsommer-Saat – die kurzen Tage wirken gegen Schossen. Die Saatfenster stehen in Aussaat & Vorziehen.
Herbst & Winter: ernten unter Vlies
Mizuna verträgt Kühle und liefert bei kurzen Tagen sehr zarte Blätter. Im Herbst legst du eine Mulchdecke zwischen die Pflanzen. Bei Frost hilft ein atmungsaktives Vlies über Bögen: Es bricht den Wind und hält ein paar Grad zurück. Im Topf stellst du Gefäße zusammen an eine geschützte Wand, isolierst sie mit Jute oder Kokosmatten und stellst sie auf Holzleisten statt direkt auf Stein. An frostfreien Tagen sparsam gießen – der Ballen darf nicht austrocknen, aber auch nicht nass stehen.
Nährstoffsignale richtig deuten
Stickstoffmangel: Blätter werden gleichmäßig hellgrün, das Wachstum stockt – kleine Nachgabe organischer Dünger oder dünn Kompost auflegen. Kaliummangel: trockene Blattspitzen, empfindlich bei Hitze – Kompost hilft, im Beet ggf. Holzasche in sehr kleiner Menge (nicht im Topf). Magnesiummangel: Aufhellungen zwischen grünen Adern – kurzfristig Bittersalz als Blattdüngung, langfristig Erde humos halten. Prüfe immer zuerst die Basis: Topfgröße, Erde, Gießrhythmus. Viele „Mängel“ sind in Wahrheit Wasser- oder Wurzelraum-Probleme.
Blätter gesund halten: saubere Luft & kurze Wege
Staunässe und stehende, feucht-kalte Luft begünstigen Beläge. Gieße bevorzugt an der Basis, nicht über die Blätter. Ernte regelmäßig die äußeren Blätter, damit Licht ans Herz kommt. Tritt Lochfraß oder Belag auf, vergleiche die Muster in der Diagnose. Eine kompakte Übersicht mit Maßnahmen findest du im Schädlings- & Krankheiten-Hub. Dort gibt es auch Abschnitte speziell für Mizuna.
Pflege im einfachen Jahresplan
Frühjahr: Erde lockern, Kompost einarbeiten, auf kühlen Start achten. Sommer: morgens gießen, mittags leicht schattieren, moderat düngen. Herbst: Mulch ergänzen, Vlies bereithalten, Spätsommer-Saaten nutzen. Winter: Töpfe isolieren, frostfrei an sonnigen Tagen lüften, sparsam wässern. Wie du danach erntest, kühlst und ggf. einfrierst, steht in Ernte & Lagerung.
Wenn es hakt: systematisch prüfen
Beginne bei Wasser und Wurzelraum, dann Nährstoffe, dann spezielle Probleme. Foto von Ober- und Unterseite eines frischen Blatts hilft bei der Einordnung. Bei unklaren Mustern (Lochfraß, gesprenkelte Blätter, weißer Belag) nutze den Schädlings- & Krankheiten-Hub. Für feineren Geschmack und gute Verträglichkeit in der Küche findest du Tipps in Essen, Geschmack & Gesundheit.
Faq/Haufige Fragen
Wie oft gieße ich Mizuna?
So, dass die oberen 2–3 cm leicht antrocknen, darunter aber frisch bleiben. Im Topf häufiger als im Beet. Lieber seltener und durchdringend als oft nur wenig.
Welcher Dünger passt?
Organisch und moderat: etwas Kompost im Beet, im Topf alle 2–3 Wochen ein organischer Flüssigdünger in halber Dosierung.
Was tun, wenn Mizuna schießt?
Gleichmäßig gießen, mittags schattieren, Blütenstängel früh herausschneiden. Spätsommer-Saaten für Herbst/Winter sind bolting-sicherer.
Kann ich im Winter ernten?
Ja. Mit Mulch und Vlies sind Winterernten möglich. Im Topf Gefäße isolieren und windgeschützt stellen.
Gelbe Blätter – Mangel oder Wasserproblem?
Häufig Wasser- oder Staunässe-Thema. Erst Gießrhythmus und Drainage prüfen, dann moderat nachdüngen.
